Waldoptimismus in Aktion
300 Jungbäume für den Pfungstädter Wald
Mit einer Pflanzaktion der Naturfreunde auf der Flugsanddüne soll die Vielfalt der Baumarten gestärkt werden
Von Claudia Stehle
PFUNGSTADT 8.11.2025

Der Pfungstädter Stadtförster Oliver MIhaly (links) erklärt den Teilnehmern das Vorgehen beim Pflanzen der jungen Bäume. Foto: Claudia Stehle
Pfungstadt hat einen Bestand von 1057 Hektar Wald mit überwiegend kranken Bäumen. Seit vier Jahren läuft bereits die Aufforstung dieser riesigen Fläche, inzwischen konnten dank der Unterstützung durch Spender 150 Hektar mit geeigneten Jungbäumen bepflanzt werden. Die Wiederaufforstung dieses Walds ist, so Stadtförster Oliver Mihaly, eine Aufgabe, die auch künftige Generationen noch beschäftigen wird.
Einen Schritt hin zu weiterer junger und hoffentlich auch langfristig gesunder Waldfläche stellte am Samstag die Pflanzaktion der Pfungstädter Naturfreunde dar. Dabei wurden 300 Jungbäume auf der dafür vorbereiteten, vor rund 10.000 Jahren entstandenen Flugsanddüne zwischen dem Moorhaus der Naturfreunde und der L3303 gepflanzt.
Nachdem der Pfungstädter Wald bislang vor allem eine Kiefer-Monokultur war, sollen mit der Neuanpflanzung unterschiedliche Baumarten mit hoher Trockenresistenz wie Stieleiche, Hainbuche, Kirsche, Elsbeere, Flatterulme, Weißtanne und Feldahorn zu einem gesunden Wald heranwachsen. Im Frühjahr werden hier zudem noch Sträucher wie Berberitze, Pfaffenhütchen, Kreuzdorn oder auch Wildrosen gepflanzt.
Gerald Hoffmann, der Vorsitzende der Naturfreunde, freute sich uns über die zahlreichen Helfer und die tatkräftigen Projektpartner des Pfungstädter DRK, der Stadtradler, der Gruppe „Pfungstadt lebenswert“ und Gewobau. Die Gewobau Pfungstadt hat mit 6.500 Euro diese 300 Jungbäume finanziert. „Wir haben für unsere Gebäude in Pfungstadt inzwischen zwei Nahwärmenetze, die wir mit Holzpellets betreiben, dafür unterstützen wir jedes Jahr die Neuanpflanzungen im Stadtwald“, erläuterte Harald Polster von der Wohnungsgesellschaft. Er verwies darauf, dass sein Unternehmen auch andere Gemeinden beim Waldanbau unterstütze, vorzugsweise aber Pfungstadt in Partnerschaft mit dem Stadtförster und den Naturfreunden. Naturfreunde-Vorsitzender Gerald Hoffmann machte bei der Begrüßung deutlich, dass dieses Vorhaben kein Einzelprojekt sei, sondern dass man entsprechend dem dafür gewählten Namen „Waldoptimismus“ diese Pflanzungen und die damit verbundene Pflege des Pfungstädter Waldes fortsetzen werde. „Pfungstadt ist eine waldreiche Stadt, daher ist eine schnelle Hilfe beim Aufbau eines gesunden Waldes nötig“, so Hoffmann.
Förster Oliver Mihaly zeigte sich überrascht von der großen Zahl der Teilnehmer an der Aktion, darunter auch der künftige Bürgermeister Maximilian Schimmel sowie zahlreiche Kinder. „Wir müssen, obwohl das schwierig ist, die hiesigen Waldstrukturen erhalten, daher werden wir die jetzt gepflanzten Jungbäume auch in den kommenden drei Jahren pflegen und vor allem auch gießen und sie vor dem Verbiss durch Rehwild jeweils mit einem Holzzaun schützen“, erläuterte er.
Einige der noch in diesem Teil des Waldes stehenden Kiefern sollen zunächst als Samenbäume verbleiben, damit junge Kiefern den Waldbestand ergänzen, so Mihaly weiter. Er wies die Teilnehmer der Pflanzaktion auf die Besonderheit, dass man um die bereits vorbereiteten Pflanzlöcher Erdtrichter für die weitere Bewässerung angelegt hat, denn die Jungbäume benötigten noch weitere Pflege in den nächsten Jahren.
Bei dieser Pflanzaktion wurde neben den Jungbäumen auch der diesjährige „Stadtradelbaum“ zusammen mit „Pfungstadt lebenswert“ auf dem Grundstück gegenüber dem Moorhaus bei dessen Wurzelraumkläranlage eingepflanzt.