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NaturFreunde Pfungstadt
Das Haus

Geschichte des Hauses, Nutzung heute

Als sich im Jahr 1948 die Ortsgruppe Pfungstadt der NaturFreunde gründete, lag bei den vielseitigen Aktivitäten ziemlich bald die Frage nahe: "Wohin mit uns?"

Die Stadt stellte zwar das Feuerwehrgerätehaus den Vereinen zur Verfügung, aber für die vielseitigen Interessen der NaturFreunde war es schwer immer zum Wunschtermin die Räumlichkeiten zu bekommen.

Die Stadt bot auf Drängen des Vorstandes dem neu gegründeten Verein einen ehemaligen Schießstand der SA zur Erbpacht an. Von politisch verfolgten in Zwangsarbeit errichtet lag das Gebäude inmitten von Kiefern an einer Sanddüne nördlich des Moores.

Es war für die Gründerväter der Pfungstädter NaturFreunde schon ein seltsames Gefühl, in einem Haus, in dem zuvor Nazis aus und eingegangen waren, jetzt über Freiheit und Frieden zu diskutieren. Über das (übrigens spiegelverkehrt) gemauerte Hakenkreuz wurde mit viel Bedacht das Mosaik der sich in Freundschaft reichenden Händen angebracht. Später wurden hier die Ostermärsche der 60er Jahre für die Region geplant, und Ostermarschierer, die in Etappen aus dem Badischen kamen und Quartier suchten, wurden hier untergebracht.

Zunächst aber krempelte man/frau die Ärmel hoch, und mit viel Fleiß, Spaß und Engagement entstand das Moorhaus.
Des NaturFreunds liebste Beschäftigung ist ja bekanntlich der Umbau. So entstanden in mehreren Phasen ein Anbau für den Sanitärbereich, ein Geräteschuppen mit Grillplatz und im letzten Abschnitt im Jahr 1990 wurde das Haus völlig neu gestaltet. Ein Stockwerk wurde aufgesetzt, die Schlafräume liebevoll saniert, die Küche -gemeinsam zu nutzen durch Hausdienst und Gäste- wurde völlig neu ausgestattet. Der Spielplatz und die Bolzwiese sind für die Kinder ein Paradies.

Eine Pflanzenbeetkläranlage entsorgt die Abwässer des Hauses im Einklang mit der Natur. Nach dem Abschluss eines Kooperationsvertrags der Hessischen NaturFreunde Häuser mit dem regionalen Energieversorger Natur Pur war das Moorhaus das erste NaturFreunde Haus in Hessen, welches nur mit Naturstrom versorgt wird. Im Rahmen des Kooperationsvertrags wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Nebengebäude installiert und speist die gewonnene Energie als Naturstrom ins Netz ein.

Da liegt es nun am Rande der Bergstraße, und es herrscht noch immer die gleiche freundliche Atmosphäre wie damals als das Haus noch eine Hütte war.

An den Sonn- und Feiertagen ist das Moorhaus von 14:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr für Tagesgäste geöffnet.
25 Betten in je einem hellen freundlichen 3 Bett-, 6 Bett- 8 Bett- und in zwei 4 Bettzimmern werden überwiegend von Gruppen aus Schulen, Sportvereinen und Kindergärten genutzt, die eine preiswerte Unterkunft für Ihre Freizeiten und Seminare suchen. Viele der Gäste kommen bereits seit vielen Jahren immer wieder.

Und das bietet sich ja auch an. Nachtigallen schlagen, der Bussard zieht seine Kreise und das nahe gelegene Moor ist durch die Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren wieder zu einem reichen Lebensraum für Flora und Fauna geworden.
Radfahrer werden zu schätzen wissen, dass die Feldwege rund um das Haus zumeist asphaltiert und eben sind. Verkehrsgünstig gelegen an der A5 ist das Moorhaus ein schöner Ausgangspunkt für Wanderungen im Ried und an der Bergstraße. Burgen und Schlösser sind für den Wanderer Anziehungspunkte. Das nahe Darmstadt mit seinen Jugendstilbauten, der Künstlerkolonie und den wunderbaren Parks, angelegt durch die Großherzöge Darmstadts, bieten dem kulturell Interessierten unerschöpfliche Möglichkeiten.
Bei rechtzeitiger Terminabsprache werden von der Ortsgruppe Führungen durch Darmstadt als Service für die Gäste angeboten.
Natürlich kommen auch Kinofans und Theaterbegeisterte, Diskofreaks und Museumsgänger im nahen Darmstadt nicht zu kurz.
Übrigens hat auch Pfungstadt eine kleine aber feine Kulturszene, die sich längst über die Stadtgrenze hinaus einen Namen gemacht hat.

Durch die traditionsreiche Pfungstädter Brauerei gibt es in Pfungstadt viele gemütliche Gasthäuser in denen das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt.